Album-Tipps

20.10.2017
NAOKI KENJI
Aktatombo

Naoki Kenji ist mit seinem jetzt achten Album zurück. Traditionell ist es mit AKATOMBO japanisch betitelt. Und ebenso traditionell trägt es den mit LIBELLE zu übersetzenden Titel aus mehrfachgutem Grund. Wie die Libelle hat Naoki im Laufe seiner Karriere verschiedene Entwicklungsstadien durchlaufen - bis hin zum arrivierten Musiker und Videokünstler, der er heute ist. Ebenso wirken die 12 Titel des Albums, als schwebten sie wie schillernde Körper von transparenten Flügeln getragen über einem herbstlichen See. Zunächst geradezu meditativ über einem Nebelschleier stillstehend, dann sich langsam und schließlichbehände in Richtung Abendsonne fortbewegend. Der Eingangstrack „Sideway Swing“ verbreitet dank des Zupfbasses ein vergleichbar federndes Wohlgefühl wie der legendäre D&B-Track „Circles“ von Adam F. Ebenso mühelos wickelt Kenji den Zuhörer mit dem angeshuffelten Summernight-Groover „ Final Approach“ um seinen Finger. Absolut unschlagbar bleibt Naoki jedoch auch diesmal, wenn er Female Vocals einbezieht, um die Schwelle vom Track zum Song zu übertreten. Sei es in Form der Electro-Perle „Tu Mirada“, oder mit dem besenweich gestreichelten Franko-Tagtraum „Ce Nuage“. Weiterer Höhepunkt auf AKATOMBO ist zum einen das betörende „You Make Me Whole“ und zum anderen das lyrisch ernsthafte „Stakes Are High“, in dem Sängerin Carla Vallet auf die beunruhigende politische Weltlage hinweist.

 

    

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